Qualitätssicherungsverfahren beruhen üblicherweise darauf, dass Arbeitsabläufe in der gewünschten Qualität standardisiert und damit Qualitätsabweichungen überhaupt feststellbar werden. In allen sozialen und pädagogischen Handlungsfeldern - z. B. Erziehen, Unterrichten, Pflegen, Therapieren, Beraten - lassen sich jedoch weder das Produkt noch der Arbeitsprozess normieren, da sich die Arbeit an individuellen Bedürfnissen und situationsgebundenen Gegebenheiten orientieren muss. Qualität entsteht in diesem Fall dann, wenn das Handeln in jeder Situation den jeweils vorgefundenen Bedingungen angemessen ist. Dabei können sich die Mitarbeiter nicht wortgetreu nach eng gefassten Vorgaben richten, sondern müssen stets in der Lage sein, in deren Geist und Sinn interpretativ zu handeln. Deshalb kann auch nur jeder selbst für die Qualität seines Handelns verantwortlich sein. Wie lässt sich unter solchen Bedingungen vermeiden, dass die Qualität der Arbeit nur eine Frage von Zufällen und Willkür ist?
Das GAB-Verfahren der Qualitätssicherung und -entwicklung setzt in der Einrichtung selbst an (interne Qualitätssicherung), d.h. es verzichtet auf jede »allgemeingültige« inhaltliche Vorgabe, was »gute« Schule, »richtiges pädagogisches Handeln«, »qualitätvolles Pflegen« o.Ä. sein soll. Hingegen erwartet es von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer Einrichtung, selbst zu erarbeiten und zu beschreiben, was in ihren Augen die erstrebenswerte Qualität ihres Handelns ist. Das Verfahren beruht auf dem Gedanken, dass jede Einrichtung die eigenen, dem Leitbild und dem Arbeitskonzept adäquaten Qualitätsmaßstäbe finden muss. Dazu beschreibt das Verfahren einen Weg, auf welche Weise jede Einrichtung diese Maßstäbe selbst formulieren kann. Dazu stehen z.B. die Instrumente Leitbild, Konzept und Handlungsleitlinie zur Verfügung. In einem zweiten Teil legt das Verfahren dann Vorgehensweisen fest, wie die so beschriebene Qualität Schritt für Schritt realisiert und die Organisation damit fähig wird, die Güte ihrer Leistungen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dazu dienen die Instrumente Qualitätszirkel, kollegiale Beratung und systematische Evaluation.
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